Health Organizing

Keep calm and sleep well

Keep calm and sleep well

Die letzten Wochen im letzten Jahr, so ziemlich der gesamte Dezember, war für mich geplagt mit Schlaflosigkeit. Meist habe ich mich gegen 2 Uhr morgens dann ins Bett gequält, um dort nur nochmal 30-60min wach zu liegen, bis es irgendwann doch irgendwie geklappt hat. Im neuen Jahr habe ich wie auf Knopfdruck der Schlaflosigkeit adé sagen können. Problemlos schaffe ich es, um 23 Uhr schon einzuschlafen, mal etwas früher, auch mal etwas später. Mein Trick: bessere Organisation und Zeitmanagement.

An sich haben da natürlich mehrere Faktoren reingespielt, aber unter den beiden Begriffen ließ es sich am besten zusammenfassen. Und ich denke, jeder kennt die folgenden Probleme, hat sie vielleicht sogar selbst, mit dem Runterkommen und dem Schlaf Finden. Haupt-Stresspunkt für mich war die Arbeit. Arbeit für die Uni, für das Fernstudium (zu der ich nicht wirklich gekommen bin, was mich wiederum noch mehr stresste), für Projekte (Blogs, Podcasts etc., wann muss was vorbereitet werden?) und nicht zu vergessen: der Job selbst. Es ist schwer, die Arbeit mal liegen zu lassen, vor allem wenn man weiß wie viel noch ansteht. Noch im Bett denkt man daran, was noch alles offen ist, was bis wann erledigt sein muss. Tagsüber habe ich den Überblick verloren und höchst unproduktiv gearbeitet. Man kann auch mit Arbeit prokrastinieren, Prioritäten falsch setzen, um der unangenehmen Arbeit aus dem Weg zu gehen und sie möglichst lange aufzuschieben. Durch mein schlechtes Arbeits- und Zeitmanagement blieb mir tagsüber auch keine Zeit mehr für Sport. In einer guten Woche gehe ich ca. vier mal ins Fitnessstudio für jeweils 1-2 Stunden, in einer schlechten versuche ich wenigstens zwei Mal zu gehen. Ich ging einen Monat gar nicht mehr hin und trieb auch zuhause keinen Sport. Mir fehlte die Bewegung (und damit auch einhergehende Erschöpfung). Und zu guter letzt, was mir ebenfalls fehlte: meine me time. Zeit für mich. Zeit zum Abschalten und Runterfahren. Oft hing ich noch bis 23 Uhr oder gar 0 Uhr am Notebook und habe gearbeitet. Mir fehlte die Zeit, abends vielleicht ein Buch zu lesen. Es war so spät, es lohnte sich ja gar nicht mehr (auch wenn ich dennoch noch 1-2 Stunden wach war). Ich hing zu lange vorm leuchtenden Bildschirm, der mich künstlich wach hielt.

Einiges von dem nun folgenden kann man sich selbst denken, ein paar Sachen sind meinem eigenen Gusto nach, Inspiration habe ich mir zum einen von Caro (Eat.Sleep.Train.) geholt und ihrem Beitrag “Wie du dein Schlafverhalten optimierst“, aber auch aus dem Video von Estée Lalonde “How to unwind at the end of the day“.

1. Planung
Für mich beginnt ein erfolgreicher und gut strukturierter Tag bereits am Vorabend. Gegen 19 Uhr nehme ich mir die fünf Minuten Zeit, meinen nächsten Tag zu organisieren. Ich bin da nicht zu streng mit mir und sage, dass ich dann und dann das und das zu erledigen habe. Ich mache mir nur eine simple To-Do-Liste, bei der ich schon versuche, den Ablauf etwas besser zu planen. Auch wenn eine Aufgabe wichtig ist, ich aber weiß, dass sie viel Zeit in Anspruch nehmen wird, lege ich sie ans Ende. Denn nach einer langen, Kräfte zehrenden Arbeit habe ich sicherlich keine Lust mehr, mich nochmal beim Sport abzurackern. Der Sport hingegen hinterlässt ein gutes Gefühl bei mir, das mir gleich mehr Motivation mitgibt für das, was noch ansteht. In einer aufgeräumten Umgebung arbeitet es sich eh besser, also beseitige ich das Chaos vorher. Natürlich ebenfalls wichtig: gesunde Ernährung. Und für mich auch die Planung: was esse ich? Darüber nachzudenken, was man essen möchte, kann schon viel Energie und Zeit kosten. Wenn der Kühlschrank dazu nicht mehr viel hergibt und man womöglich auch noch einkaufen gehen müsste, greift man vielleicht lieber zu der TK-Pizza, die für Notfälle da ist. Schon im vergangenen Jahr habe ich mit Meal Prepping angefangen. Ich bereite Frühstück und Mittagessen schon ein, zwei Tage im Voraus zu und muss mich am Tag selbst nicht mehr damit beschäftigen. Aber dies ist ein Thema, auf das ich ein anderes Mal eingehen werde.

2. Geregelte Zeiten
Ich versuche täglich um die gleiche Zeit aufzustehen. Das gelingt mir mittlerweile auch ohne Wecker und ich bin ausgeschlafen. Ich liege nicht mehr lange im Bett, ich stehe direkt auf. Je nachdem, wie mir ist, esse ich mein Frühstück (oft ist es mir aber dafür noch zu früh) oder fange an aufzuräumen, bevor ich mein Frühstück esse und mich danach im Bad für den Tag fertig machen. Abends versuche ich eine Stunde lang, bevor ich schlafen gehe, Bildschirme zu meiden. Für mich selbst habe ich festgelegt, dass ich um 22 Uhr oder 23 Uhr die Flimmerkisten ausschalte. Manchmal befindet man sich noch in Konversationen mit Freunden über das Internet, diese führe ich vielleicht noch länger fort, auch im Bett, aber ich surfe nicht mehr blind umher. Hier gilt aber auch mal nein zu sagen und die Konversation, auch wenn sie vielleicht gut läuft, zu beenden und sich zu verabschieden (etwas, das mir früher viel zu schwer fiel). An sich komme ich mit sieben bis acht Stunden Schlaf gut aus, aber das muss auch jeder für sich selbst ausmachen.

3. Bettfein machen
Ja, ich sage bettfein. Ich habe mich als Kind bettfein gemacht und mache mich noch immer bettfein. Rein in die Schlafklamotten! Dies mache ich, sobald alle wichtige Arbeit hinter mir liegt. Haushalt, Planung und alles andere kann ich auch in meinen Pyjamas. Was ich neu dazu lernte und früher wirklich erst direkt vor dem Schlafengehen gemacht habe: Abschminken. Wie oft hat mich der Gedanke daran schon genervt, dass ich mich noch abschminken muss. Der ganze Prozess macht einen entweder wieder wach am späten Abend oder man überspringt ihn direkt. Fragt mich nicht, warum ich nicht schon eher darauf gekommen bin. Auf jeden Fall schminke ich mich nun sofort ab, wenn ich weiß, dass es nicht mehr vor die Tür geht. Und auch das Zähne Putzen lege ich auf so früh wie möglich. Wenn ich dann müde bin, kann ich direkt ins Bett, statt noch einen Umweg ins Bad machen zu müssen. Außerdem vermeidet man so kleine Naschereien am Abend, denn man hat ja schon seine Zähne geputzt, ha!

4. Bildschirme aus
Ja, ich schrieb vorhin selbst, dass ich hier nicht 100% konsequent bin. Unterhaltungen führe ich weiter, aber ich sitze dabei nicht nur stur vorm Bildschirm. Ich mache in der Zeit andere Dinge und schaue nur noch zwischendurch rein. Ich besuche keine anderen Seiten mehr (außer Instagram direkt vor dem Augen Schließen, das ist irgendwie mein kleines Ritual). Aber ansonsten ist nun die Zeit gekommen abzuschalten. Dies kann ich beim Kochen, Aufräumen oder aber auch beim Lesen. Wenn ich merke, dass ich noch zu aufgeweckt bin, mache ich mir einen Baldrian- oder Lavendel-Tee, um mich ein wenig zu beruhigen.

Wenn ich also meine letzte Runde auf Instagram gemacht habe, lege ich das Handy mit dem Display nach unten, dass mich kein Aufleuchten mehr stört (lautlos und ohne Vibration ist es sowieso die ganze Zeit). Ich lege das Handy unter eines der Kopfkissen, denn aus den Augen, aus dem Sinn. Wobei ich mit dieser neuen Routine stressfrei zu Bett gehen kann. Keine Sorgen über unerledigte Arbeiten. Ich hatte genügend Bewegung. Ich hatte meine Zeit, um runter zu fahren. Mittlerweile brauche ich keine fünf Minuten mehr und ich wache am nächsten Morgen ausgeschlafen und erholt wieder auf.

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6 Kommentare

  1. Sehr guter Beitrag, von dessen Empfehlungen ich mir gerne auch etwas vornehmen werde

    • Ich bin selbst überrascht, wie gut das auf Anhieb geklappt hat. Aber ich fühle mich seit her auch direkt viel, viel besser. 🙂

  2. Viele Gedanken, die du in diesem Post als negativ niedergeschrieben hast, kann ich gut nachvollziehen. So oft denke ich mir “Ich würde gerne mehr lesen”, aber wenn ich dann im Bett liege greife ich eher zum Macbook oder zum Handy und surfe sinnlos durchs Netz, statt die Bücher zu lesen, die ich mir vorgenommen hatte. Ausnahmen sind selten, zb wenn ich gerade einen spannenden Thriller lese.

    Über manche möglichen Probleme habe ich vorher noch gar nicht nachgedacht. Mein Handy ist in der Nacht beispielsweise immer auf Vibration, damit ich das Handy höre, falls mal ein Notfall ist. Wenn ich aber ehrlich bin, ist so ein Notfall noch nicht einmal vorgekommen und das Vibrieren ermuntert mich eher dazu noch einmal aufs Handy zu schauen nur um dann zu sehen, dass ich eine sinnlose Spam-Email bekommen habe, als mich entspannt ins Bett fallen zu lassen.

    Den Tipp ab 23 Uhr Bildschirme aus finde ich jedenfalls gut und wäre für mich mal ein Anreiz es auszuprobieren.

    • Ich meine, man kann kann auch explizit Nummern auswählen, die dennoch klingeln sollen. Da könnte man ja die wichtigsten markieren, falls dann doch mal etwas sein sollte. Aber ja, gerade wenn es vibriert und sich bemerkbar macht, ist der Drang natürlich groß, direkt nachzugucken, was es sein könnte.

  3. schöne Tipps! Ich bin zwar noch weit entfernt von einem geregelten Schlafrhythmus aber gerade das “bettfein” machen hilft mir immer total, ein bisschen das Girlie rausholen und mit zig Lotions eincremen in frische Bettwäsche einmümmeln ist das Tollste :’)

    • You can do it!
      Heute übrigens auch noch überlegt, dass ich vielleicht mal eeeetwas weniger Geld für “Nerdkram” ausgebe und mir dafür mal ein Spa-Treatment oder so gönne. Oder eine günstige Maniküre oder so. Könnten wir ja gemeinsam angehen, wenn du dann mal hier bist.~ 

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