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Ghibli-Special: Das Schloss im Himmel

Das Schloss im Himmel

Wie versprochen gibt es nun jeden Sonntag einen Artikel zu einem Ghibli-Film. Dabei gehe ich chronologisch voran und nachdem wie vergangene Woche mit “Nausicaä aus dem Tal der Winde” angefangen haben, widmen wir uns diesen Sonntag dem ersten offiziellen Film des Studio Ghibli: Das Schloss im Himmel.

Nach dem großen wirtschaftlichen Erfolg von “Nausicaä” war es Hayao Miyazaki und seinen Gründungskollegen möglich, das Studio Ghibli zu eröffnen und künftig eigene Filme auf den Markt zu bringen, noch immer durch finanzielle Unterstützung durch Tokuma Shoten. Nachdem “Nausicaä” 1984 in den Kinos anlief, wurde das Studio 1985 gegründet und 1986 der erste Film unter dem neuen Studio, “Das Schloss im Himmel” veröffentlicht. Ziemlich genau ein Jahr wurde für die Produktion benötigt. Als Inspiration für die gezeigten Landschaften im Film hielt die Region Wales her, die Miyazaki vorher mit seinem Team zur Vorbereitung besuchte.

Am 2. August 1986 lief der Film in den japanischen Kinos an. Im März 1987 fand die US-Premiere unter dem Filmtitel: “Laputa: Castle in the Sky” statt. Um Missverständnisse und Ärgernisse zu vermeiden, wurde der Film schnell umbenannt und nur noch unter “Castle in the Sky” vertrieben, da “Laputa” schnell mit dem spanischen Wort “la puta” in Verbindung gebracht werden könnte, welches zu deutsch so viel wie “Hure” heißt. Das gleichnamige Schloss im Film wurde in der spanischen Fassung in “Lapuntu” umbenannt und auch unter der (übersetzten) Kurzfassung des Titels kam der Film letztendlich auch nach Deutschland: “Das Schloss im Himmel”. Genauer gesagt dauerte es 20 Jahre, bis der Film zu uns kam. Universum Film brachte die deutsche Fassung am 8. Juni 2006 erstmals in die deutschen Kinos. Kurz darauf erschien die DVD zum Film in zwei verschiedenen Ausführung: als einfache 1-Disc-Version, die lediglich den Film beinhaltet und die Special Edition mit zwei Discs, auf der einen ist der Film, auf der anderen sind ausführliche Infos enthalten, wie das komplette Storyboard, japanische Trailer und Werbespots, die Geschichte des Schlosses sowie Informationen zum Kinostart des Films und dem dahinter stehendem Studio Ghibli. Am 8. Juli 2011 folgte die BluRay-Veröffentlichung.

Das Schloss im Himmel

Auch diesmal gibt es wieder ein literarisches Werk zum Film, nur wurde dies diesmal nicht vorher, sondern nach dem Film produziert. Ein zweibändiger Roman mit Illustrationen von Hayao Miyazaki wurde von einem außen stehendem Autor geschrieben. Leider gibt es hierzu keine übersetzte Version für Fans im Westen. Dafür können auch wir in den Genuss des neu aufgenommenen Soundtracks kommen. Zur amerikanischen Veröffentlichung durch Disney wurde Komponist Joe Hisaishi aufgetragen, den bisherigen 37-minütigen Soundtrack auf 90 Minuten auszuweiten und mit einem Sinfonieorchester neu aufzunehmen.

Viele Inspirationsquellen finden sich, wenn man sich die Namen des Films und der darin auftauchenden Figuren ansieht. Laputa selbst ist eine Anspielung auf die gleichnamige fliegende Insel Laputa, die Gulliver während seinen Reisen besucht. Der Name der Protagonisten Sheeta geht auf Prinzessin Sita zurück, welche eine Rolle im indischen Epos Ramayana spielt. Und auch eine kleine Hommage an den Vorgänger-Film “Nausicaä” lässt sich sichten, so ist die Insel ebenfalls von den kleinen Fuchshörnchen besiedelt, die wir schon aus dem älteren Film kennen.

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