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Bambi Filmstudio

Ich sage immer, dass ich ein schlechter Filmegucker bin. Ich kann und mag mich ungern in Ruhe über eine Stunde hinsetzen und mich nur berieseln lassen. Meist muss ich irgendwas machen dabei, auch wenn “irgendwas” am Ende nur sinnloses Umhersurfen ist. Zuhause auf der Couch kann ich das problemlos, in einem Kino nicht.

Wenn man nun einen neuen Film sehen möchte, kommt man um das Kino meist nicht rum, wenn man sich im legalen Bereich bewegen muss. Aber ich bin nicht nur ein schlechter Filmegucker, in letzter Zeit bin ich auch zu einem schlechten Kinogänger gewordne. Bzw. nicht ich, sondern die anderen Kinobesucher. In den großen Kinos ist es mittlerweile üblich, auch während des Films mal zwischendurch aufs Handy zu gucken. Die Höhe habe ich letztes Jahr erlebt: da wurden die Füße auf die Rückenlehne des Vordersitzes gelegt und gemütlich auf dem Handy gespielt. Wenn ich in ein großes Kino gehe, dann bezahle ich mittlerweile gerne einen hohen Aufpreis, um die Lounge zu genießen, da ich weiß, die anderen “Insassen” im Saal haben ebenfalls viel dafür gezahlt und wollen den Film genießen, nicht auf das Handy gucken.

Wo man diese Probleme nicht hat: in kleinen Programmkinos. Deswegen sind mir diese noch die liebsten. Und das liebste ist mir da weit voraus das Bambi Filmstudio. Wenn ich im Bambi einkehre, ganz gleich ob im großen oder im kleinen Bambi (so heißen der große und der kleine Saal), fühle ich mich wie in einem zweiten Wohnzimmer. Dazu noch einen warmen Kakao in der Hand oder einen Tee, Stille und Dunkelheit sowie die Anwesenheit von Filmliebhabern genießen.

Auch bin ich großer Fan des Programms im Bambi. Stetig wird eine breite Vielfalt an Filmen geboten, mir persönlich gefällt die häufige Auswahl an asiatischen Filmen, so habe ich auch schon den ein oder anderen Ghibli-Film im Bambi nochmal genießen können. Zuletzt aber habe ich Park Chan-Wooks “Die Taschendiebin” gesehen. Ein Film, der knapp drei Stunden geht. Drei Stunden nur sitzen und gucken. Und ich bin nicht durchgedreht. Das lag natürlich auch am guten Film, der sich keineswegs gezogen, sondern in jeder Minute unterhalten hat, aber ich bin mir sicher, dass auch die gemütliche Atmosphäre im Bambi dazu beigetragen hat. Ich bin gespannt, wie viele weiteren Filme ich dieses Jahr noch in diesem kleinen Programmkino, dass ich von meinem Fenster aus fast sehen kann, sehen werde.

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1 Kommentar

  1. Ich kenne das Problem nur allzu gut, was “bestimmtes” Kinopublikum angeht. Und zum Glück habe ich gleich zwei Programmkinos auch in meiner Nähe und auch zwei größere Kinos.
    Es liegt auch an der Art der Filme, dass ich lieber in Programmkinos gehe, anstatt in größere Kinos.

    Allgemein denke ich aber auch, dass sich die größeren Kinoketten auch ihr Publikum selbst erzogen haben.

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