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Anna Jones – A Modern Way To Cook

A Modern Way To Cook

Anna Jones hat ihren Bürojob geschmissen, bei Starkoch Jamie Oliver gelernt, bevor sie als Chefköchin durch verschiedene Länder gereist ist, um als Food Stylistin zu Jamie Oliver zurückzukehren und an verschiedenen Shows, Kampagnen und Kochbüchern mitzuarbeiten. Im Jahr 2014 veröffentlicht sie ihr erstes, eigenes Kochbuch, A Modern Way to Eat*, dass ich direkt mitnehmen musste, als ich durch die Food-Sektion des hiesigen Buchhandels schlich. Ich selbst bin keine Vegetarierin, auch wenn ich mich zuhause fleischfrei ernähre (dafür gönne ich mir Fleisch in Restaurants). Einige der Rezepte gehören noch heute zu meinen liebsten Gerichten und wurden teils wöchentlich verspeist. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich dank dem Random House Verlag nun für euch über Anna Jones neuestes Buch A Modern Way to Cook* schreiben darf.

A Modern Way to Cook CoverIch muss ganz oberflächlich starten. Der Grund, warum ich mich damals schon für A Modern Way to Eat entschieden habe, war die schicke Aufmachung. Ich mochte das minimale, schlichte Design und die Tatsache, dass das genutzte Papier komplett aus Apfelresten produziert wurde (damals war es sogar das erste Buch, das komplett auf Apfelpapier gedruckt wurde). Genau so steht es mit A Modern Way to Cook und mein innerer Monk ist befriedigt, dass die beiden sich so schön nebeneinander einreihen.

Nun aber zum eigentlichen Inhalt: den Rezepten. Über 150 schnelle vegetarische und vegane Rezepte liefert das Kochbuch. Stichwort ist hier “schnell”, da keines der Gerichte unglaublich zeitaufwändig gestaltet ist. Inhaltlich aufgebaut ist es in verschiedenen, interessanten Kategorien, zum Beispiel “Bis der Tisch gedeckt ist”, Rezepte für den schnellen Hunger. Ist die Zeit knapp, können diese Mahlzeiten binnen 15 Minuten gekocht werden. Wer kennt sie nicht, die Tage, an denen man nichts Aufwändiges zubereiten und einfach nur schnell und im besten Fall noch gesund und lecker essen will? Das Inhaltsverzeichnis baut sich nicht um die Zutaten herum, sondern um die Zubereitungszeit auf. Es folgen Kategorien, in denen das Gericht in 30 oder 40 Minuten fertiggestellt werden kann sowie schnelle Frühstücksideen und Speisen für die Vorratsküche. Desserts dürfen am Ende nicht fehlen, jeder liebt Nachtisch!

Was ich ganz besonders toll finde, sind die verschiedenen Register am Ende des Buches. Man kann nicht nur gezielt nach Rezepten oder Zutaten suchen, es werden explizit auch nochmal alle veganen und glutenfreien Rezepte aufgelistet. Ich persönlich muss für meine Ernährung beides nicht betrachten, aber weiß, dass sich viele Leser gerade darüber freuen werden, da solche Kennzeichnungen oftmals fehlen und unnötige Mühe beim Durchsuchen bereiten.

In den vergangenen Tagen habe ich meine Einkaufsliste nach dem Kochbuch gestaltet (und überhaupt nicht daran gedacht, dass man zu dieser Jahreszeit gar keinen Grünkohl oder Kürbis bekommt, d’uh) und drauf losgekocht. Notiz für euch: die Kürbis-Schwarzkohl-Pie schmeckt auch hervorragend ohne Kürbis und wenn man statt des Kohls Spinat nimmt. Das 30-Minuten-Süßkartoffelchili war perfekt, um die hungrigen Mäuler meines wöchentlichen Mädchenabends satt zu kriegen. Außerdem war es das erste Mal, dass wir in diesem Jahr wieder auf der Terrasse dinieren konnten. Es war zwar noch etwas frisch, aber das Chili hat gut dagegen angekämpft! Eigentlich bin ich kein Fan von Kartoffeln im Chili und habe mich auch sonst immer dagegen gewehrt. Aber Süßkartoffeln > Kartoffeln und verdammt, war das lecker! Ich stell es mir nochmal besonders muckelig vor, wenn man sich an kalten Wintertagen mit diesem Chili aufwärmt. Vor allem die einfache Zubereitung war super entspannend, da man die Gäste nicht zu lange warten lassen muss und dennoch einfach, ohne viel Schnibbeln, auch große Personengruppen satt bekommt.

Jungfräulich ging ich an meine erste Acai-Bowl. Ich hab zwar schon immer gerne Obst mit Joghurt und verschiedenen Toppings verspeist, aber das hat Frühstück auf ein neues Level gehoben. So erfrischend, aufweckend, einfach und schnell zubereitet. Und verdammt sättigend. Die Portion habe ich gar nicht aufbekommen und diente mir am Mittag noch als Snack zwischendurch. Aber wahrscheinlich bin ich hier late to the party und jeder wusste dies schon vor mir.

Wirklich interessant finde ich die Desserts. Alles läuft immer auf die Desserts zu. Auf den ersten Blick ungewöhnliche Kombos sind genau mein Ding, süß-salzig, herzhafte Süßspeisen. Für einige vielleicht ein No Go, aber vor allem das Avocado-Honig-Vanille- und das Holunderblüten-Gurke-Minze-Eis wurden einstimmig für gut befunden. Aber nicht nur als Nachtisch, vor allem das Avocado-Eis kann ich mir an heißen Sommertagen gut als Zwischensnack, der abkühlt, vorstellen, denn das Eis an sich ist schon sehr gehaltvoll. Einfach 15 Minuten Auszeit nehmen, in die Sonne setzen, Eis genießen und runterkommen. Mein persönliches Highlight waren und sind jedoch die Schokotöpfchen mit Earl Grey. Schokolade und Earl Grey sind ja getrennt voneinander schon famos, aber in Kombination? Count me in! Der Seidentofu-Pudding mit herber Schokolade und Earl Grey schmeckt an sich schon interessant, aber mit Schokoraspeln und einer Prise Meersalz oben drauf wird das Dessert perfekt. Solltest du Teeliebhaber sein und mich kennen, mach dich darauf gefasst, dass du diesen Nachtisch früher oder später von mir serviert bekommst.

Unschwer zu erkennen bin ich großer Fan von A Modern Way to Cook. Für mich als neu-möchtegern-Vegetarierin bietet Anna Jones einfach die interessantesten Rezeptideen, die zudem nun auch noch einfach und schnell zubereitet werden können. Wer nun nicht selbst einen Blick in das Buch werfen will, sollte sich zumindest unbedingt die Webseite von Anna Jones sowie ihren Instagram-Feed anschauen (ich liebe nichts mehr, als einen wunderschönen Food-Account). An dieser Stelle möchte ich mich noch fix bei David, auch bekannt als Sojajin (und auf Instagram), bedanken, der mir geholfen hat, die Fotos für diesen Beitrag zu knipsen.

A Modern Way to Cook bekommt ihr in jeder gut sortierten Buchhandlung oder direkt auf Amazon* für 22 Euro. Den Vorgänger A Modern Way to Eat findet ihr ebenfalls im Laden oder online* für 22 Euro. (*Ref-Links.)

Wer sich noch eine zweite Meinung einholen will, der sollte bei Caro auf Eat.Sleep.Train vorbeischauen, die das Buch ebenfalls rezensiert hat.

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1 Kommentar

  1. Pingback: Rezension: A Modern Way To Cook - Anna Jones - Eat. Sleep. Train.

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