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30 Tage vegan – Warum?

Vegan

Erstmal muss ich mich bei allen, die das hier vielleicht auch noch lesen, bedanken. Für das absolut tolle Feedback zu meinem letzten Beitrag “So viel Zeit hätte ich gern“. Nicht nur von solchen, die “mitleiden”, auch Anerkennung für die Arbeit als Freelancer und das ehrliche dazu stehen, dass man bisher gar nicht so daran gedacht hat. Vielen Dank! (Übrigens hab ich gerade auch noch ganz viel in der Pipeline für Fancyschmancy, zu dem ich aktuell wegen der Arbeit aber leider nicht komme. Aber bald!)

Nun aber zum Thema. 30 Tage vegan. Warum?
Wer mir auf den sozialen Medien folgt, der wird vielleicht schon mitbekommen habe, dass ich aktuell versuche, mich einen Monat lang vegan zu ernähren. Eben: ernähren. Jetzt Kosmetik und Klamotten über den Berg zu werfen, wäre auch nur Verschwendung. Wobei ich darauf achte, wenn ich mir etwas Neues zulege. Auf die Idee bin ich gekommen, als ich einen bestimmten Tweet (sorry, dass ich den jetzt nicht mehr parat habe) las. Dieser besagte, dass die Person für jeden Tag Ramadan über die App “Share the Meal” ein bedürftiges Kind ernähre.

Share the Meal
An der Stelle möchte ich kurz (natürlich nicht sponsored, sondern aus eigener Überzeugung) Werbung für diese App machen. Ziemlich einfach könnt ihr dort, wo es gerade Hungersnöte gibt, Geld für die Ernährung eines Kindes spenden. Ob für einen Tag (0,40€), eine Woche (2,80€), einen Monat (12€), drei Monate (36€) oder ein ganzes Jahr (146€) bleibt euch überlassen. Geht übrigens auch ganz einfach mit PayPal. Danach könnt ihr eure gute Tat in den sozialen Medien teilen. Do good and talk about it. Das ist nicht großkotzig, sondern inspiriert andere, ebenfalls Gutes zu tun. Sharing is Caring (übrigens auch bei Blogposts, die ihr mögt *hust*). Berechtigterweise wurde ich gefragt, nachdem ich selbst spendete und teilte, ob man der App vertrauen könne. Ja. Share the Meal ist eine App vom World Food Programme (UN), diese Initiative ist die größte humanitärische Organisation, die Hunger bekämpft. 90% der Spenden werden für den direkten Einsatz verwendet. Wer sich näher dazu informieren will, schaut am besten selbst mal auf die Seite von Share the Meal oder des World Food Programme.

Zurück zum Tweet und zum Ramadan. Der Kontext, warum man während es Ramadan etwas spendet, erschloss sich mir nicht direkt, da ich wie viele wenn überhaupt nur mit Halbwissen zu dem Thema herumrenne. Wissbegierig wie ich bin, habe ich mich also erstmal über den Ramadan informiert, nachdem ich mir die App lud und meine erste Spende tätigte. Die folgenden Angaben sind ohne Gewähr, wenn ich etwas falsch verstanden habe, korrigiert mich bitte. Aber das, was ich verstand, war dass solche, die schwach oder geschwächt sind, ob momentan (beispielsweise schwangere oder menstruierende Frauen) und chronisch, müssen nicht am Ramadan teilnehmen. Bei solchen, denen eine Besserung bevorsteht, wird angedacht, dass man die verpassten Tage einfach nachholt, sobald man wieder in der Lage ist. Oder als Ersatz für den Tag einen Hungernden ernährt.

Interessant, aber was hat das alles nun mit vegan zu tun?
Angetan davon, dass ich den Ramadan nun besser verstehe, dachte ich, dass ich mich auch dem Verzicht hingeben möchte. Aber anders, auf meine Weise. Letztens habe ich mich noch darüber aufgeregt, warum der Gedanke daran, als Erwachsener (menschliche) Muttermilch zu trinken häufig als eklig angesehen wird, während man jeden Tag gefühlt einen Liter Kuhmilch konsumiert. Das empfinde ich als genauso eklig. Bei Milch und Joghurt habe ich schon öfter zu Soja- und Mandelprodukten gegriffen. Bei Sachen wie Käse etc. nicht. Also dachte ich mir, dass ich eben komplett auf tierische Produkte verzichten möchte.

Und warum nun genau (nur) 30 Tage?
Aktuell lebe ich flexitarisch, das heißt: zuhause fleischfrei und wenn ich mir Fleisch gönne, dann doch möglichst gutes und angemessen gut zubereitet im Restaurant. Ich glaube nicht, dass ich komplett vegetarisch oder vegan leben könnte, da mir Fleisch oder z.B. mein Egg Benedict eben doch zu gut schmeckt. Das Leben ist für mich zu kurz, um zu verzichten. Und man kann ja auch einfach das maßlose Übertreiben sein lassen, jeden Tag Wurst und Co. zu konsumieren. Daher habe ich schon einige Fleisch-Alternativen kennengelernt, die mir gut schmecken und meine “Gelüste” befriedigen können (leider gibt es noch kein überzeugendes Rindersteak-Imitat). Wenn ich mich nun 30 Tage vegan ernähren will, bin ich ebenfalls gezwungen, mich nach Alternativen umzusehen und auszuprobieren und ich erhoffe mir davon, dass ich sehen kann, worauf ich auch in meinem normalen Alltag gut verzichten kann und welche Ersatzprodukte (ich mag das Wort übrigens nicht) ich auch weiterhin nutzen kann.

Zu guter Letzt möchte ich noch ein Thema ansprechen, was ich ebenfalls in einem Tweet angesprochen las. Es ging in etwa so: “Schön die vegetarische Wurst von Rügenwalder kaufen und so weiterhin die Fleischproduktion unterstützen.” (Übrigens könnt ihr euch auch hier zum vegetarischen Sortiment von Rügenwalder näher informieren.) Den Ansatz finde ich bescheuert. Zum einen sind es genau diese Produkte, die in den normalen Supermärkten und Discountern heute zu finden sind und hoffentlich bald auch den Einzug von weiteren vegetarischen und veganen Produkten im Sortiment ebnen. Dadurch, dass sie eben so einfach zu haben sind, sehen sich vielleicht mehr Leute darin animiert, diese einfach mal auszuprobieren und vielleicht öfter zu diesen Produkten zu greifen. Das andere Lager ruft in der Zeit: “Kein Fleisch essen, aber ‘ne vegane Bratwurst essen wollen!”. Verrückt, aber ja! Man möchte vielleicht auf das tote Tier, nicht aber auf den Geschmack verzichten! Und wer sollte sich besser mit dem Geschmack von Fleisch auskennen und ihn imitieren können, als eine Firma, die sich sonst jahrelang der Fleischwaren-Produktion gewidmet hat. “Du kannst mir nicht sagen, dass das nicht wie echtes Fleisch schmeckt” sagt mein vegetarischer Freund oft genug beim Abendessen. Leider doch. Oft genug schmeckt es nicht wie echtes Fleisch. Muss es auch nicht. Es sollte kein 1:1 Ersatz sein, sondern eine Alternative. Aber als Mensch, der halt den Geschmack von Fleisch doch so sehr mag, dass er bisher nicht ganz darauf verzichten möchte, würde ich es mir wünschen. Und vielleicht schaffe ich es ja doch irgendwann, mich ganz vegetarisch/vegan zu ernähren.

P.S.: Ich wurde schon auf Twitter gefragt, ob ich über das “Experiment” schreiben werde. Ja, werde ich. Am Ende möchte ich einen kleinen Rückblick, meine Erfahrungen und auch meine liebsten Alternativen niederschreiben. Außerdem will ich auch auf die finanziellen Kosten eingehen, die viele abschrecken, da Alternativen oft doch teurer sind. Aber wir werden sehen. Ich bin gespannt!

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2 Kommentare

  1. Sam/DandelionLie

    Hey 🙂 Ich folge dir ja bereits auf Twitter und Instagram und habe nun endlich mal die Zeit gefunden ausgiebig in deinem Blog zu stöbern, der mir auf Anhieb mega gefällt. Die Aufmachung und auch deine lockere Schreibart sagen mir mehr als zu.
    Jetzt zu dem Thema: Ich habe mich auch vor Kurzem, mehr über das Thema Ramadan informiert, in dem ich einen Vater aus meiner Kita ansprach und es kam ein langes und sehr interessantes Gespräch zustande. Er erklärte mir auch das mit den Spenden und seit diesem Gespräch, sehe ich Ramadan ganz anders. Ich muss ja zugeben, das ich das vorher nie verstanden habe und dem Ganzen sogar sehr skeptisch gegenüber stand, aber einfach aus Unwissen.
    Ich lebe selbst auch als “Flexitarierin” und komme sehr gut klar damit. Da ich jetzt Besuch hatte, habe ich dann zum Frühstück auch noch mal Wurst gekauft und auch was gegessen und musste feststellen, das es mir gar nicht mehr so schmeckte. Ich glaube, der Körper gewöhnt sich schnell an eine andere Ernährungsweise, so lange man ihn ausreichend versorgt 🙂 Das “verzichten” setze ich auch immer häufiger mit anderen Dingen ein, sei es mal ein paar Tage kein Twitter oder paar Tage nicht schminken. Es gibt einem einfach nochmal andere Perspektiven und man wird wieder aufnahmefähiger für andere Beschäftigungsarten oder man lernt sich selbst nochmal anders kennen. Ich kann das “verzichten” nur empfehlen, auch wenn ich das Wort immer unpassend finde, mir aber bisher kein Schöneres eingefallen ist 🙂

  2. Pingback: The Story so far… – Fancyschmancy

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